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IP-Schutzarten: Wie viel Staub und Wasser ein Roboter verträgt
Was die beiden Ziffern eines IP-Codes bedeuten, welche Schutzarten für Fabrik, Außeneinsatz und Nassreinigung geeignet sind und welche Fehler beim Lesen häufig passieren.
In Roboter-Datenblättern steht oft eine Schutzart wie IP54 oder IP67. Sie stammt aus der internationalen Norm IEC 60529 und gibt an, wie gut das Gehäuse Fremdkörper, Staub und Wasser abhält. Über Stöße, Chemikalien oder Temperatur sagt sie nichts aus.
Die beiden Ziffern lesen
Die erste Ziffer (0 bis 6) betrifft Fremdkörper: von Fingern und Werkzeugen bis hin zu feinem Staub. Eine 5 bedeutet, dass etwas Staub eindringen darf, aber nicht so viel, dass die Maschine nicht mehr funktioniert; eine 6 bedeutet staubdicht.
Die zweite Ziffer (0 bis 9) betrifft Wasser: von Tropfwasser über Spritzwasser bis zu Strahlwasser und Untertauchen. Ein X anstelle einer Ziffer bedeutet, dass dieser Aspekt nicht geprüft wurde; IPX4 sagt also nichts über Staub aus.
Häufige Fehler
- Höher ist beim Wasser nicht immer besser. Ein Gerät, das auf Untertauchen geprüft wurde (7 oder 8), wurde nicht zwangsläufig gegen starke Wasserstrahlen (5 oder 6) geprüft. Produkte, die beides überstehen, tragen meist beide Codes, zum Beispiel IP65/IP67.
- Die Schutzart gilt nur für das geprüfte Produkt. Offene Abdeckungen, beschädigte Dichtungen, nicht belegte Steckverbinder oder ein nachträglich montierter Greifer können den tatsächlichen Schutz stark verringern.
- Nassreinigung mit Reinigungsmitteln oder heißem Wasser ist eine andere Belastung als das regenähnliche Wasser in den Prüfungen. Roboter für Lebensmittel und Pharma werden oft in Sonderausführungen mit glatten Oberflächen und beständigen Werkstoffen angeboten.
- Reinräume sind das umgekehrte Problem: Dort darf der Roboter keine Partikel an den Raum abgeben. Das beschreiben die Reinraumklassen (ISO 14644), nicht die IP-Codes.
Worauf Sie achten sollten
- Fabrikhalle oder Labor: Viele Cobots haben die Schutzart IP54, zum Beispiel der UR5e; fern von Flüssigkeiten reicht das völlig.
- Zerspanung mit Kühlschmierstoff, Gießereien, staubige Arbeiten: Achten Sie am Arm auf IP65 oder höher, etwa beim FANUC CRX-10iA mit IP67, und prüfen Sie den Steuerschrank gesondert; er ist oft schwächer geschützt als der Arm.
- Mobile Roboter im Freien: Regen und Staub erfordern am Roboter mindestens IP54, und manche Inspektions-Vierbeiner gehen darüber hinaus, etwa der Unitree B2 mit IP67. Prüfen Sie, ob die Schutzart auch mit montierten Nutzlasten und Kameras noch gilt.
Auf DroidBazaar ist die IP-Schutzart jedes Roboters, sofern vom Hersteller veröffentlicht, samt Quelle auf der Roboterseite angegeben.
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